Mit einer abwechslungsreichen Aktionswoche hat die Brigitte-Reimann-Stadtbibliothek vom 20. bis 25. Juli den 93. Geburtstag ihrer Namenspatronin gefeiert. Gemeinsam mit dem Autor Andreas Eichler sowie Angela Johanning und Christine Neudeck vom Freundeskreis des ehemaligen Hoyerswerdaer Kunstvereins entstand ein vielseitiges Programm, das Brigitte Reimann und ihr literarisches Schaffen aus ganz unterschiedlichen Blickwinkeln in den Mittelpunkt rückte.
Den Auftakt bildete die Ausstellung „Wer war eigentlich Brigitte Reimann?“, die bereits seit Anfang Juli in der Bibliothek zu sehen ist. Sie lädt Besucherinnen und Besucher dazu ein, die Schriftstellerin neu oder wiederzuentdecken und ihren Lebensweg sowie ihre Entwicklung als Autorin nachzuvollziehen. Ergänzt wird die Ausstellung durch die Mitmachaktion „Kann man in Hoyerswerda küssen?“. Inspiriert von einer Frage, die Brigitte Reimann einst selbst stellte, sind Bürgerinnen und Bürger eingeladen, ihre persönlichen Lieblingsorte auf einer „Kuss-Karte“ zu markieren. So entsteht nach und nach ein Bild der Stadt – geprägt von Erinnerungen, Begegnungen und Orten, an denen sich Menschen besonders wohlfühlen.

Auch das Veranstaltungsprogramm bot Gelegenheiten, sich mit dem Leben und Werk der Autorin auseinanderzusetzen. Bei zwei Vorführungen des Dokumentarfilms „Ankunft und Abschied – Die Neubrandenburger Jahre der Brigitte Reimann“ erhielten die Besucherinnen und Besucher einen sehr persönlichen Zugang zu der Schriftstellerin. Der Film verzichtet bewusst auf eine klassische Biografie und lässt stattdessen Zeitzeuginnen und Zeitzeugen zu Wort kommen, deren Erinnerungen ein facettenreiches Bild Brigitte Reimanns zeichnen.
Einen ganz anderen Blick auf die Autorin eröffnete Andreas Eichler mit seiner Lesung „Literarische Wanderung durch Mitteldeutschland“. Er spannte den Bogen von der Sprachgeschichte Mitteldeutschlands bis zu prägenden Persönlichkeiten der Region und ordnete dabei auch Brigitte Reimann in diesen kulturellen Zusammenhang ein. So wurde deutlich, welchen Stellenwert ihr Werk weit über Hoyerswerda hinaus einnimmt.

Wie vielseitig ihr literarisches Schaffen war, zeigte auch die Lesung „Man muss sieben Scheffel Salz miteinander gegessen haben“. Angela Johanning und Christine Neudeck widmeten sich den Hörspielen, die Brigitte Reimann gemeinsam mit Siegfried Pitschmann verfasste, und ließen ausgewählte Passagen lebendig werden. Die Veranstaltung machte deutlich, welche Bedeutung diese Arbeiten bis heute als literarische Zeugnisse ihrer Zeit besitzen.

Den Abschluss der Reimann-Woche bildete der Reimann-Spaziergang. Vom ehemaligen Wohnhaus der Schriftstellerin führte der Weg durch Hoyerswerda bis zur Brigitte-Reimann-Stadtbibliothek. An ausgewählten Stationen wurden Texte Brigitte Reimanns gelesen und mit den jeweiligen Orten verbunden. Gleichzeitig erinnerte der Spaziergang an Helene Schmidt, die über viele Jahre hinweg fast 300 Reimann-Spaziergänge mit ihren Lesungen bereichert hatte und in diesem Jahr ihren 90. Geburtstag gefeiert hätte.

Die Brigitte-Reimann-Stadtbibliothek bedankt sich bei allen Mitwirkenden, Partnern und Besucherinnen und Besuchern, die die Reimann-Woche mit ihrem Engagement und ihrem Interesse zu einer gelungenen Veranstaltungsreihe gemacht haben.