Aufbruch in die Prohikalypse – Autorenlesung mit Reinhard „Pfeffi“ Ständer

Am 22. April 2026 wurde die Brigitte-Reimann-Stadtbibliothek zum Treffpunkt für alle, die Lust auf Literatur mit Ecken, Kanten und Haltung hatten. Reinhard Ständer, vielen aus der Stadt auch bekannt als „Pfeffi“ aus der Hoyerswerdaer Autorengruppe PEGASUS, war zu Gast und nahm das Publikum mit auf eine Reise durch 25 Jahre seines Schreibens.

Im Mittelpunkt stand sein Buch „Aufbruch in die Prohikalypse – Kurzgeschichten ganz ohne KI verfasst“. Daraus las er eine Auswahl an Texten, die unterschiedlicher kaum sein könnten: mal nah an persönlichen Erlebnissen, mal bewusst zugespitzt oder frei erfunden. Gerade diese Mischung machte den Reiz des Abends aus.

Ständer gelang es, zwischen ernsten Themen und ironisch-satirischen Beobachtungen zu wechseln, ohne dass es beliebig wirkte. Sein oft trockener, stellenweise schwarzer Humor setzte dabei immer wieder markante Akzente, sorgte für leises Schmunzeln und lautes lachen – und ließ manche Pointe erst einen Moment später nachwirken.

Ergänzt wurde die Lesung durch neu interpretierte Grimm-Märchen sowie Texte mit Bezügen zur DDR-Zeit und den gesellschaftlichen Veränderungen danach. Auch seine Aphorismen fanden ihren Platz im Programm: kurz, präzise und mit einem klaren Blick auf das Wesentliche.

So entstand ein abwechslungsreicher Abend, der nicht nur unterhielt, sondern auch Raum für eigene Gedanken ließ.

Eine Veranstaltung, die gezeigt hat, wie lebendig und vielschichtig Kurzprosa sein kann – und wie spannend es ist, wenn jemand über so viele Jahre hinweg seine eigene Stimme entwickelt und bewahrt.