Dialog-Café September: Der steinige Weg von einer Diktatur zur Demokratie
Dr. Horst Böttge spricht in der Stadtbibliothek über das Thema der Wiedervereinigung
Anlässlich des internationalen Tags der Demokratie (15.09.2025) lud die Brigitte-Reimann-Stadtbibliothek im Rahmen des Dialog-Cafés am 18.09.2025 zu einer Lesung ein, die den komplexen Übergang von der Diktatur zur Demokratie nach dem Fall der Mauer thematisierte. Unter dem Titel „Die Wiedervereinigung – Der steinige Weg von einer Diktatur zur Demokratie“ gab unser Gast Dr. Horst Böttge einen tiefen Einblick in diese bewegende Epoche der deutschen Geschichte.
Die Lesung basierte auf einem umfangreichen Literaturstudium und auf den persönlichen Lebenserfahrungen von Dr. Böttge. Sie widmete sich insbesondere den Herausforderungen der Zeit nach 1989: dem schwierigen Wandel von der sozialistischen Planwirtschaft zur sozialen Marktwirtschaft sowie dem Wiederaufbau demokratischer Strukturen.
Im Zentrum der Veranstaltung stand auch die Bedeutung wirtschaftspolitischer Bildung. Dr. Böttge verdeutlichte, wie wichtig es ist, eine informierte Gesellschaft zu fördern, um populistischen Verzerrungen unserer Geschichte entgegenzuwirken.
Nach der Lesung gab es einen offenen Dialog, bei dem die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Möglichkeit hatten, Fragen zu stellen und ihre eigenen Perspektiven zu teilen.
10Sep.
Kulturelle Reise – Hola Peru
Rückblick: Eine faszinierende Reise nach Peru – Kultur, Kulinarik und Lebensfreude
Vergangene Woche, am 05.09.2025 hatten wir die große Freude, wieder eine Kulturelle Reise auszurichten. Dieses Mal ging es auf eine unvergessliche Reise in das Herz Südamerikas: Peru – das Land der Inka. Zu Gast war die aus Peru stammende Referentin Isabel Pedroso.
In einem spannenden Vortrag nahm uns Frau Pedroso mit auf eine Entdeckungstour durch atemberaubende Landschaften, lebendige Traditionen und zeigte uns auch viele private Einblicke in den Alltag der Peruaner, die man sonst wohl selten so zu sehen bekommt. Beeindruckende Bilder und bewegende Videos ließen das Publikum tief in die Kultur dieses spannenden Landes eintauchen.
Ein besonderes Highlight war eine kleine, aber liebevoll gestaltete Ausstellung originaler peruanischer Gegenstände. Ob kunstvoll gewebte Textilien, traditionelle Alltagsgegenstände oder kleine Schätze aus dem Hochland – jedes Stück erzählte seine eigene Geschichte. Ergänzt wurde das Erlebnis durch einen Verkaufsstand mit handgemachten Produkten aus Peru, der viele neugierige Gäste zum Stöbern und Staunen einlud.
Auch kulinarisch wurde einiges geboten: Mit kleinen, landestypischen Kostproben wie dem Gericht Ceviche und kleinen Snacks konnten sich die Gäste durch die Vielfalt der peruanischen Küche schlemmen. Landestypische Getränke konnten ebenfalls probiert werden.
Wir danken allen Besucherinnen und Besuchern für ihr Kommen und freuen uns, dass wir gemeinsam einen so lebendigen Einblick in die Kultur und den Alltag Perus erleben durften. Es war ein Abend, der inspiriert, begeistert und Lust auf mehr gemacht hat!
Handgemachte Schätze aus Peru.
20Aug.
Dialog-Café August – Kreativzeit
Ein Einblick in die kreativen Angebote der Volkshochschule Hoyerswerda
Am 13. August 2025 verwandelte sich das Dialog-Café der Brigitte-Reimann-Stadtbibliothek in einen Ort der Inspiration und Kreativität. Der Abend, der gemeinsam mit der Volkshochschule Hoyerswerda organisiert wurde, bot Kunst- und Kreativbegeisterten die Gelegenheit, in entspannter Atmosphäre die vielfältigen Kursangebote im Bereich Kunst und Gestaltung zu entdecken.
Trotz des heißen Wetters fanden sich einige interessierte Gäste ein, um mehr über die kreativen Angebote der VHS zu erfahren. Bei kostenlosem Kaffee und leckeren Snacks konnte man sich nicht nur in gemütlicher Runde unterhalten, sondern auch wertvolle Einblicke in die Welt der Kunst gewinnen.
Ein Blick hinter die Kulissen:
Karla Kümmig, Fachbereichsleiterin für Kultur und Gesundheit an der VHS, und Anita Guske, Kursleiterin der Volkshochschule, gaben spannende Einblicke in die Kursprogramme und erklärten, warum kreatives Arbeiten mehr ist als nur reine Freizeitbeschäftigung. „Kreativität hat eine heilende Wirkung auf Körper und Geist“, so Kümmig. „Sie stärkt das Selbstbewusstsein, fördert die Entspannung und hilft dabei, den Alltag hinter sich zu lassen.“
Für die Anwesenden war es eine tolle Gelegenheit, mehr über die verschiedenen Kunst- und Gestaltungsangebote der VHS zu erfahren – vom Malen und Zeichnen bis hin zu Workshops in Fotografie und digitalen Kunsttechniken.
Selbst kreativ werden:
Ebenso gab es die Möglichkeit für die Gäste, selbst kreativ zu werden. Unter Anleitung von Anita Guske konnten die Teilnehmenden mit Tee ein Lesezeichen selbst gestalten – ein kleines Kunstwerk, das ein persönliches Andenken an den Abend darstellte.
Die aktuellen Angebote der Volkshochschule finden Sie hier.
18Aug.
Schließzeiten im Herbst
Die Brigitte-Reimann-Stadtbibliothek bleibt vom 03.10. bis 05.10. und vom 31.10. bis 02.11. aus betrieblichen Gründen geschlossen.
Während der Schließzeit werden keine Medien fällig.
Zu beachten ist außerdem, dass während der Schließtage die Medienrückgabeboxen nicht zur Verfügung stehen und erst ab dem folgenden Montag wieder genutzt werden können.
Die Online-Angebote sind wie gewohnt rund um die Uhr nutzbar. In der Onleihe Oberlausitz können Nutzende eBooks, eAudios und ePaper online ausleihen und per App, PC oder eReader lesen. Filme können auf Filmfriend gestreamt und die aktuelle Tagespresse sowie Fachartikel über die Online-Datenbank Genios gelesen werden.
Diese und weitere Online-Angebote sind auf der Homepage der Bibliothek unter Online Angebote zu finden: https://bibliothek-hy.de/online-angebote/
Die Anmeldung bei allen Online-Angeboten erfolgt durch den Benutzernamen (Nummer des Bibliotheksausweises) und das Passwort, das standardgemäß das Geburtsdatum (tt.mm.jjjj) ist.
Das gesamte Team der Brigitte-Reimann-Stadtbibliothek wünscht allen Leserinnen und Lesern erholsame Feiertage.
30Juli
Rückblick: So war die Brigitte Reimann Woche
Vom 21. bis 26. Juli 2025 stand die Brigitte-Reimann-Stadtbibliothek ganz im Zeichen ihrer Namensgeberin. Anlässlich des 92. Geburtstags von Brigitte Reimann wurde in Zusammenarbeit mit dem Freundeskreis des ehemaligen Hoyerswerdaer Kunstvereins eine vielfältige Aktionswoche gestaltet. Besucherinnen und Besucher konnten bei verschiedenen Veranstaltungen in das Leben und Werk der Schriftstellerin eintauchen.
Feierlicher Auftakt mit Ausstellungseröffnung
Den Startschuss zur Aktionswoche bildete die feierliche Eröffnung am 21. Juli. Viele Interessierte folgten trotz strömenden Regens der Einladung, gemeinsam mit der Bibliothek und dem Freundeskreis in die Reimann-Woche zu starten. Im Mittelpunkt standen Gespräche über das Leben und Schaffen der Autorin, begleitet von einer neuen Ausstellung, welche Amelie Ring, die ihren Bundesfreiwilligendienst in der Stadtbibliothek absolviert, in Zusammenarbeit mit Yvonne Klomke vom Literaturzentrum Neubrandenburg selbstständig erarbeitete. Die Ausstellung mit dem Titel "Wer war eigentlich Brigitte Reimann?" kann noch bis Anfang August zu den Öffnungszeiten der Bibliothek besichtigt werden.
Amelie Ring spricht über die Hintergründe und die Entstehung der Ausstellung.
Vortrag - Poetische Miniaturen
Ein besonderes Highlight fand am 23. Juli statt: Der Freundeskreis für Kunst und Literatur präsentierte poetische Miniaturen aus dem Werk Brigitte Reimanns. Der Vortrag, vorgetragen von Angela Johanning, bot einen erweiterten Blick auf den oft nur auf Stadtarchitektur reduzierten Roman Franziska Linkerhand. Stattdessen wurden biografisch geprägte Erzählungen und Erinnerungen vorgestellt – an ihre Großmutter, an einen Artisten, an biblische Geschichten und an ihre Liebe zur klassischen Musik. Die Besucherinnen und Besucher erlebten eine spannende literarische Reise durch Reimanns Gedankenwelt mit der passenden musikalischen Untermalung. Ein besonderes Highlight war der Besuch der 94-jährigen Irmgard Weinhoven, einer engen Freundin Reimanns.
Angela Johanning und Christiane Neudeck präsentieren den Vortrag "Poetische Miniaturen"
„Hunger auf Leben“ – Filmisches Porträt einer starken Frau
An mehreren Tagen wurde in der Bibliothek der TV-Film „Hunger auf Leben“ gezeigt, der auf Brigitte Reimanns Tagebüchern basiert. Der Film erzählt eindrucksvoll von ihrem Leben, ihren inneren Kämpfen, ihrer Leidenschaft fürs Schreiben – und vom frühen Tod der Autorin. Viele Gäste nutzten die Gelegenheit, Reimann auf diese Weise neu oder wiederzuentdecken.
Mitmachaktion: Kann man in Hoyerswerda küssen?
Ebenfalls gab es wieder pünktlich zum Start der Aktionswoche die Mitmachaktion „Kann man in Hoyerswerda küssen?“. Diese wurde 2023 schon sehr gut angenommen und wurde in diesem Jahr fortgesetzt. Die titelgebende Frage stellte einst Brigitte Reimann selbst in einem Essay, welche die Bibliothek so versteht: Gibt es Orte in Hoyerswerda, an denen man sich wohlfühlen kann, gerne und glücklich ist? Die Stadtbibliothek will dies beantworten und zeigen, dass es viele solcher Orte in Hoyerswerda und Umgebung gibt. Dazu wurde und wird auf die Unterstützung der Bürgerinnen und Bürger gesetzt, welche innerhalb der Öffnungszeiten der Bibliothek vorbeikommen und ihre Orte in die Kuss-Karte eintragen können! Die Teilnahme funktioniert auch online unter folgendem Link: https://demokratie-hy.de/hier-kann-man-kuessen/
Auch der MDR-Sachsen ist auf die Mitmachaktion aufmerksam geworden und hat ihr einen Beitrag gewidmet. Um zum Videobeitrag des MDR-Sachsen zu kommen, HIER KLICKEN.
Die Kuss-Karte in der Brigitte-Reimann-Stadtbibliothek
Literarischer Spaziergang zum Abschluss
Am 26. Juli fand der Abschluss der Aktionswoche statt: Ein literarischer Spaziergang durch Hoyerswerda mit Angela Johanning. Startpunkt war Reimanns ehemaliges Wohnhaus in der Liselotte-Herrmann-Straße. Von dort aus ging es durch das Stadtzentrum bis zur Stadtbibliothek – begleitet von ausgewählten Texten der Autorin. In etwa zwei Stunden wurde die Stadt zur literarischen Bühne, Reimanns Worte hallten durch vertraute Straßen und Plätze – ein besonderer Moment für viele Teilnehmende.
Fazit:
Die Brigitte-Reimann-Woche 2025 war mehr als eine Reihe von Veranstaltungen – sie war eine Hommage an eine außergewöhnliche Frau. Die Kombination aus Literatur, Geschichte, Beteiligung und Gemeinschaft machte die Woche zu einem echten Erlebnis für alle teilnehmenden.
13Juni
Rückblick: „Queer in der DDR“ – Zeitzeugengespräch in der Stadtbibliothek
Am 3. Juni 2025 fand in der Brigitte-Reimann-Stadtbibliothek Hoyerswerda im Rahmen des Pride Month eine besondere Veranstaltung statt, die queeres Leben in der DDR in den Mittelpunkt rückte. Unter dem Titel „Queer in der DDR – Welche Erfahrungen haben Schwule, Lesben und Transpersonen in der DDR gemacht?“ kamen die Gäste zusammen, um ihre ganz persönlichen Erfahrungen zu teilen und über queeren Aktivismus in der ehemaligen DDR zu sprechen.
Zu den geladenen Expert*innen zählten unter anderem Dr. Rainer Herrn von der Charité Berlin und Dr. Teresa Tammerer, stellvertretende Sächsische Landesbeauftragte zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, die spannende Einblicke in ihre wissenschaftliche Arbeit gaben. Moderiert wurde der Abend von der Dokumentarfilmerin und freiberuflichen Medienpädagogin Barbara Wallbraun, die das Gespräch gekonnt durch verschiedene historische und persönliche Perspektiven führte.
Neben den fachlichen Impulsen standen vor allem die Erfahrungsberichte des Zeitzeugen Dr. Rainer Herrn im Mittelpunkt. Offen und bewegend berichtete er von seinem Alltag in einem Staat, der sich zwar offiziell als fortschrittlich verstand, aber queeres Leben nur begrenzt akzeptierte und sichtbare Freiräume kaum zuließ.
Ein zentrales Thema war auch die Rolle der Friedlichen Revolution 1989/90 für die queere Bewegung in Ostdeutschland. Was konnten queere Aktivist*innen erreichen, welche Veränderungen brachte die Einheit – und welche Herausforderungen bestehen bis heute?
Die Veranstaltung stieß auf reges Interesse vor allem unter jungen Leuten und bot Raum für angeregte Diskussionen. Einige der Gäste erzählten von ihren persönlichen Geschichten und Erfahrungen. So rundete ein offener Austausch die Veranstaltung ab.
Die Veranstaltung wurde in Kooperation mit der Volkshochschule Hoyerswerda und der Sächsischen Landeszentrale für Politische Bildung im Rahmen der Reihe „Kontrovers vor Ort“ durchgeführt.
Wir danken allen Mitwirkenden und Gästen für diesen intensiven und bereichernden Abend!
06Juni
Was kann das Recht zum Gelingen der Pflegekindschaft beitragen?
Seminar zieht viele Pflegeeltern und Fachkräfte an
Zur großen Freude vieler Pflegeeltern und Fachkräfte der Jugendämter aus den Landkreisen Bautzen und Görlitz löste Herr Prof. Dr. Ludwig Salgo (Goethe Universität Frankfurt am Main und Vorsitzender der Stiftung zum Wohl des Pflegekindes) am Sonnabend, den 24.05.2025 das Versprechen für ein Seminar über die Rechte und Pflichten von Pflegeeltern ein.
Nicole Schutza welche im Rahmen ihres Studiums zur Sozialpädagogin mit dem Schwerpunkt „Psychosoziale Beratung im Pflegekinderwese“ ihr Praktikum in der Brigitte-Reimann-Stadtbibliothek in Hoyerswerda absolvierte, konnte mit ihrem außerordentlichen Engagement den Förderpreis der Stiftung zum Wohl des Pflegekindes 2024 gewinnen. Während ihrer Zeit in der Bibliothek richtete die 49-jährige in Zusammenarbeit mit den Kolleginnen der Stadtbibliothek ein Bücherregal für Pflegefamilien ein und erhielt dafür den Förderpreis der Stiftung welcher ein Preisgeld von 500€ und das nun stattgefundene für Pflegeeltern kostenfreie Seminar enthielt.
Prof. Salgo erläuterte die rechtlichen Änderungen in den Rahmenbedingungen des Pflegekinderwesens wie zum Beispiel die Perspektivklärung. Das bedeutet, dass ein Kind erst in eine Pflegefamilie vermittelt werden kann, wenn geklärt worden ist, dass eine Rückführung zu den leiblichen Eltern nicht stattfinden wird und eine "auf Dauer angelegte Lebensform" das Ziel der Hilfe zur Erziehung nach § 33 SGB VII ist. Das sei bitte nicht zu verwechseln mit der sogenannten Bereitschaftspflege, die auf einen kurzzeitigen Aufenthalt der Kinder und die Rückführung in die Herkunftsfamilie ausgelegt ist.
Diese neue Regelung schafft für die Kinder eine sichere Basis für ein heilendes Aufwachsen in einer Ersatzfamilie und die Grundlage für eine gesunde Entwicklung, da die Bedingungen in der Herkunftsfamilie diese Maßnahme zum Wohl des Kindes notwendig machten, so erläuterte Prof. Salgo sinngemäß.Die Teilnehmer hatten während der Veranstaltung im Schloss Gelegenheit, sich eine Auswahl an Fachbüchern der Stadtbibliothek für Pflegefamilien anzusehen und auszuleihen.
Die inzwischen als selbstständige Pflegeberaterin nach §7a SGB XI für Eltern von Kindern mit Behinderungen tätige Preisträgerin Nicole Schutza klärte über den gesetzlichen Anspruch auf Pflegeberatung auf und verteilte Informationsbroschüren. Wir danken unserem Kooperationspartner, dem Pflegekinderdienst des Landkreises Bautzen, für die tatkräftige Unterstützung und freuen uns auf die angedachte Weiterentwicklung des Projektes im Rahmen von Pflegekursen der AOK-Plus für Eltern von Kindern mit Behinderungen wie FASD, ADHS, PTBS oder ASS unter der Leitung von Nicole Schutza.
Im Namen von Nicole Schutza, möchten wir noch auf folgende Veranstaltung hinweisen:
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