Im Januar 1960 ziehen Brigitte Reimann und Siegfried Pitschmann nach Hoyerswerda. Sie bekommen eine Laboranten-Planstelle im Kombinat Schwarze Pumpe und gründen einen Zirkel schreibender Arbeiter.

Das Ehepaar schreibt gemeinsam die Hörspiele „Ein Mann steht vor der Tür“ und „Sieben Scheffel Salz“.
Brigitte Reimann beginnt eine Affäre mit Erwin Hanke, der sie in ihrer Brigade in alles einarbeitet und sie an die Hand nimmt.

Ihr Bruder Ludwig flüchtet mit Frau und Kind aus der DDR. Dies inspiriert sie zu ihrer Erzählung „Die Geschwister“.
1961 erscheint die Erzählung „Ankunft im Alltag“.


Für die Hörspiele bekommen sie den Literaturpreis des Freien Deutschen Gewerkschaftsbundes.
Außerdem veröffentlicht Brigitte Reimann im Redaktionskollektiv mit ihrem Ehemann und Hans Kerschek „Im Schritt unserer Zeit“, ein Buch des Zirkels schreibender Arbeiter im Kombinat Schwarze Pumpe.

Mit Letzterem beginnt sie eine Affäre, den sie in ihren Tagebüchern „Jon K.“ nennt. Diese Affäre belastet immer mehr ihre Ehe mit Pitschmann, bis sie 1964 geschieden wird.
1962 erscheint das Fernsehspiel „Die Frau am Pranger“. „Ankunft im Alltag“ gewinnt den Literaturpreis des Freien Deutschen Gewerkschaftsbundes.

1963 erscheint die Erzählung „Die Geschwister“. Brigitte Reimann beginnt mit ihrem großen Roman-Projekt „Franziska Linkerhand“, an dem sie 10 Jahre lang arbeiten wird. Sie wird in den Vorstand des Deutschen Schriftstellerverbandes gewählt. Seit Oktober ist sie Mitglied der Jugendkommission beim Politbüro des ZK der SED, die 1966 aufgelöst wird.

Im Februar hält sie eine Rede vor dem Präsidium des Nationalrats. Darin verteidigt sie nicht nur die Schriftsteller mit ihren Erfahrungen, sondern hält ein Plädoyer für eine lebenswerte Stadt.

Im Oktober fliegt Brigitte Reimann gemeinsam mit Christa Wolf als Delegierte des Deutschen Schriftstellerverbandes zur „Woche des deutschen Buches“ nach Moskau. Daraus entwickelt sich zwischen den beiden Frauen eine tiefe Freundschaft.


1964 nimmt Brigitte Reimann im April an der II. Bitterfelder Konferenz teil.
Als Mitglied einer Delegation des Zentralrats der FDJ reist sie im Sommer nach Sibirien, um für deren Zeitung „Forum“ eine Reisereportage zu schreiben.
Nach der Scheidung von Siegfried Pitschmann heiratet sie im November Hans Kerschek alias Jon K.
Das Jahr 1965 brachte für Brigitte Reimann den angesehenen Heinrich-Mann-Preis der Akademie der Künste und den Carl-Blechen-Preis für Kunst, Literatur und künstlerisches Volksschaffen des Rates des Bezirkes Cottbus.
Es erscheint die Reportage „Das grüne Licht der Steppen. Tagebuch einer Sibirienreise“


Im Mai nimmt Brigitte Reimann am Internationalen Schriftstellertreffen Berlin und Weimar teil. Bild vom internat. Schriftstellertreffen Berlin 1965

Das kälter werdende kulturpolitische Klima gipfelt im 11. Plenum des ZK der SED im Dezember, bei dem alle Hoffnungen auf freiere künstlerische Entfaltung und auf eine Mitsprache der Künstler bei Umgang mit gesellschaftlichen Konflikten zerschlagen werden.
1966 bekommt auch Brigitte Reimann den härteren Kurs des Kulturministeriums zu spüren. Weil sie bei den kulturpolitischen Debatten nicht klein beigibt, initiiert man eine Kampagne von privaten und ideologischen Verleumdungen gegen sie und sie wird vermehrt von der Staatssicherheit beobachtet. Dadurch reift in ihr der Plan, nach Neubrandenburg zu ziehen.
1967 beginnt Brigitte Reimann, den Umzug nach Neubrandenburg zu planen. Um der Geldnot zu entfliehen, schreibt sie gemeinsam mit Roland Oehme und Lothar Warnecke ein Film-Exposé zu Günter Kähnes „Martin Jalitschka heiratet nicht“. Dies wird allerdings im Dezember abgelehnt.
1968 wird der Verdacht auf Krebs bestätigt und der Umzug nach Neubrandenburg wegen der Operation verschoben.
Am 20. August marschieren Truppen der Warschauer-Pakt-Staaten in die CSSR ein. Brigitte Reimann weigert sich, die zustimmende Erklärung des Schriftstellerverbandes zu unterschreiben.
Im November findet der Umzug nach Neubrandenburg statt, Ehemann Jon K. bleibt in Boxberg wohnen.